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Eine Ostermann-Hymne für Heimbach

Intermezzo-Theater begeisterte im Hasenfelder Hof



Johnnie Wegmann vom Intermezzo-Theater war der Star des Abends: Er präsentierte dem staunenden Publikum sogar eine Willi-Ostermann-Hymne auf Heimbach.
 

„An der Rur, an der Rur, in Heimbach an der Rur, wer da nicht einmal im Leben war, weiß nicht, wie wunderbar, wie schön es ist und war...“ Die Zuhörer staunten nicht schlecht. Ist es möglich, dass der berühmte Kölner Liedermacher Willi Ostermann (1876-1936) in Heimbach war und dem Städtchen sogar eine Hymne gewidmet hat? Und wenn ja – warum weiß das niemand?
Johnny Wegmann und Stefan Kupp, das Schmunzelduo vom Intermezzo-Theater, verstehen es, ihr Publikum um den Finger zu wickeln – nicht nur mit einem Liebeslied an Heimbach.
Ihre Willi-Ostermann-Show im Hasenfelder Hof wurde von rund 60 Zuhörern und Gästen des Vereins „Die jungen Alten Heimbach e.V.“ mit Schunkeln und lautem Mitsingen quittiert – von der ersten Sekunde an. Ganz gleich, ob es hieß „Die Wienanz han nen Has em Pott, Miau, Miau, Miau..“, „Wenn Du eine Schwiegermutter hast“ oder „Kutt erop, kutt erop, kutt erop“: Das werte Publikum klatschte und sang so begeistert mit, dass Willi Ostermann seine Freude daran gehabt hätte. Denn wie Johnnie Wegmann betonte, erzählen die Songs und Couplets nicht nur kleine Geschichten aus dem alten Köln, sie wollen auch zum Mitmachen animieren und sind oft zeitlos, wie das Lied „Däm Schmitz sing Frau es durchjebrannt...“ mühelos beweist: So etwas kommt noch heute in den besten Familien vor.
Gewürzt wurden die gefühlvoll von Stefan Kupp am E-Piano begleiteten Songs mit Randnotizen aus dem Leben des Kölner Liedersängers, die Johnnie Wegmann zum Besten gab, bis endlich alle einstimmen konnten in die Hymne aller Hymnen: „Heimweh nach Köln“.

Bleibt nur noch eine Frage zu beantworten: War Willi Ostermann tatsächlich in Heimbach? Nein, er hat der Ahr das Lied gewidmet; aber dem Städtchen Heimbach steht dieser umgedichtete Ostermann-Song auch nicht schlecht. Das hat das Intermezzo-Theater in seiner niveauvollen Show bewiesen.        USH

Der Verein ist unser Kleid 

Viel gute Laune: Neujahrsempfang der „Jungen Alten“



Sichtlich vergnügt: Die Vorsitzende Margret Bidaoui


„Das Jahr 2011 hat uns viel Freude beschert. Der Zuspruch zu unserem Verein ist ungebrochen. Die Mitgliederzahl ist auf rund 170 angewachsen.“ Mit diesen Worten begrüßte die Vorsitzende der „Jungen Alten Heimbach“, Margret Bidaoui, rund 90 Gäste des Neujahrsempfangs im WIZE-Wasser-Info-Zentrum. Sogar eine neue Gruppe konnte sie vorstellen: Unter dem Zauberwort AERBT lädt Heinz-Peter Keiser zwei Mal im Monat zu einer Mischung aus Atemübungen, Entspannung, Rückengymnastik, Boden-Becken-Training und Tai Chi ein. Wie wohltuend die meditativen Bewegungen sein können, präsentierte er gemeinsam mit Hildegard Kremers und Sigrid Keiser dem staunenden Publikum.
Die neue Attraktion der „Jungen Alten“ bereichert das festliche „Kleid“, das Gisela Mertins, die Leiterin der Malgruppe, in einer emotionalen Rede vor aller Augen führte: Begleitet von Ingrid Wergen an der Mandoline, verglich sie den Verein mit einem Kleidungsstück, das die einzelnen wohltuend umhüllt; das aber auch „fein gewebt aus Sensibilität, Verständnis und tiefem sozialen Bewusstsein sein muss“, damit es lange haltbar ist und allen gut steht.
Fröhlich und heiter waren die Beiträge, die Geschäftsführerin Ulrike Schwieren-Höger im weiteren Verlauf des Programms ansagen konnte: Helmut Breuer entführte seine Zuhörer in schönstem Eifeler Platt launig in die Zeiten, als immer samstags Badetag war und die Wanne in der Küche für Kinder, Eltern und Großeltern mit dampfendem Nass gefüllt wurde, damit alle hintereinander ein Bad genießen konnten – im selben Wasser versteht sich.
Viel Freude bereiteten auch Hans-Peter Klein und Hildegard Klinkenberg: Sie bewiesen, dass zum Malen nicht unbedingt Pinsel und Farbe nötig ist. Manchmal reicht es, ein paar Menschen aus dem Publikum geschickt zu drapieren; schon wird aus einem Herrn, der zwei Kerzen trägt, ein „Armleuchter“ – und das schallende Gelächter ist ihm sicher.
Gut gefüllt war die Bühne als Frank Ledig am Akkordeon mit seiner Gesangsgruppe Lieblingslieder zum besten gab. Seit Gründung des Vereins gelingt es dem Musiker, regelmäßig mehr als 20 sangesfrohe Mitglieder um sich zu scharen.
Den witzigen Abschluss des Programms bildete die Walking-Gruppe unter Leitung von Brigitte Gfeller. Launige Lied-Reime von Riet Koens-de Koster singend, brachten die sportlichen Damen auch das Publikum in Schwung und sorgten dafür, dass niemand auf den Stühlen sitzen blieb.
Flott und frisch umrahmt wurde das Programm von Julia Rode, Eva Pütz, Britta Simons und Johanna Koller, dem Klarinetten-Quartett der Musikschule.


Irische Spitzfindigkeiten 

Musik-Literaturabend mit dem Trio „Zartbesaitet“ und Vorleserin Brigitta Lentz 

Als Patsy Conroy auf den ergaunerten Schilling spuckte, lag ein Lächeln auf den Gesichtern der rund 30 Zuhörer. Sie hatten sich willig in einen irischen Hafen entführen lassen, in dem drei alte Männer eine unerreichbar erscheinende Münze ergattern wollten – mit jeder Faser ihres Herzens... Die Kurzgeschichte von Liam O’Flaherty mit der bissig-ironischen Sicht auf irische Spitzfindigkeit bildete den Abschluss eines Musik-Literatur-Abends, zu dem die „Jungen Alten“ ins Wasser-Info-Zentrum eingeladen hatten. 
Stand im ersten Teil lateinamerikanische Literatur auf dem Programm – mit Texten von Bestseller-Autoren wie Paulo Coelho und Ernesto Cardenal, war der zweite Teil irischen Geschichten gewidmet; darunter auch Heinrich Bölls „Irischem Tagebuch“. Vorleserin war Brigitta Lentz, Journalistin aus Köln, die mit Engagement und Einfühlungsvermögen die Tür zu den fernen Welten öffnete und den Bilderreichtum in der Sprache der Schriftsteller vor ihren Zuhören ausbreitete.
Den musikalischen Part hatte das Trio „Zartbesaitet“ übernommen. Mit Spielfreude und Sensibilität unterstrichen die Musikerinnen Monika Hesse (Gitarre), Susanne Rögele (Gitarre und Flöte) und Ulrike Schwieren-Höger (Gitarre) die Texte, wobei die Unterschiede zwischen lateinamerikanischer und irischer Folklore einen wunderbaren Kontrast bildeten. Im Zentrum stand Monika Hesse, die in Heimbach als Gitarrenlehrerin arbeitet, und auf ihrer Homepage
www.saitenfee.de das Wesen ihres Instruments eingängig beschreibt: „Wenn es um die Gitarre geht, komme ich ins Schwärmen. Kaum ein Musikinstrument ist so unglaublich vielseitig, wie die Gitarre! Sie ist in jeder Stilrichtung zu Hause.“
Genau dies wurde an diesem Abend deutlich; denn die Stücke waren so kontrastreich wie die Länder, in denen sie entstanden sind – und Blockflöten und Gitarren genau die richtigen Instrumente, um dies zu unterstreichen. Das Publikum spendete für Musik und Literatur lang anhaltenden und begeisterten Beifall.

 

Unser Bild zeigt Märchenerzählerin Lotte von der Inde (rechts) und Musikerin Alexandra Prinz in Heimbach.

Das Märchen in Heimbach

Spaziergang in die Nacht mit Märchenerzählerin Lotte von der Inde und Musikerin Alexandra Prinz

Als die Sprache auf Philemon und Baucis kam, die sich nichts sehnlicher wünschten, als nach einem langen gemeinsamen Leben zusammen sterben zu dürfen, da stand der runde Mond über den Wäldern von Heimbach. Prächtig breitete sich der Himmel aus im letzten Licht, und von Fackeln beleuchtet flüsterte Märchenerzählerin Lotte von der Inde das Ende der Geschichte: Die beiden Liebenden wurden von den Göttern in Bäume verwandelt und wachten Seite an Seite über die Geschicke der Welt.
Regungslos und still lauschten die Zuhörer, selbst dann noch als ein leichter Regen einsetzte. Und Musikerin Alexandra Prinz sang zur Drehleier ein uraltes griechisches Lied: „Solange Du lebst, tritt auch in Erscheinung. Trauere über nichts zu viel; eine kurze Frist bleibt zum Leben. Das Ende bringt die Zeit von selbst.“
Es war eine wahrhaft verzauberte Stimmung hoch über den Hügeln von Heimbach. Die „Jungen Alten Heimbach e.V.“ hatten zu diesem „Spaziergang in die Nacht“ eingeladen, und 55 Mitglieder und Gäste des Vereins erlebten einen Abend voller Emotionen. Wie die Schauplätze wechselten – vom Konzerthäuschen im Kurpark über das Labyrinth hinauf zu Wald und Feld – so wandelten sich auch die Gefühle. Zum Klang der Drehleier sang Jorinde ihr Lied von der Grausamkeit der alten Hexe, und ein Märchen der Inuit erzählte von Geben und Nehmen zwischen Natur und Mensch.
Zwei Stunden lang begeisterten Lotte von der Inde und Alexandra Prinz Jung und Alt mit Geschichten und Musik aus einer anderen Welt. Und als nach der Wanderung ein Glas frisch duftender Pfefferminztee gereicht wurde, waren sich alle einig: „Dieser Abend war wie im Märchen.“                                   ush

Alles ist Wandel

Galeristin Marita Jaeger lud zu einem Atelierbesuch bei Hermann J. Kassel in die Kulturfabrik „Zikkurat“ ein



Die Besucher zeigten sich beeindruckt: Künstler Hermann J. Kassel (rechts hinten) und Galeristin Marita Jaeger (ganz rechts) mit ihren Gästen hinter den Polymobilen im Atelier der Kulturfabrik Zikkurat.

Rote Farbe auf Leinwand, ein paar Tupfer Grün, Blau: Ein fertiges Bild? Warum nicht. Die meisten würden nicken. Doch für Hermann J. Kassel ist dies der Anfang eines Abenteuers. Vorsichtig legt er feuchten Waldboden auf das Gemälde und verschließt es in einem Kasten aus Glas und Stahl. Der Prozess beginnt. Erde, Bakterien und Gase verändern das Bild. Über Jahre verwandelt sich das Gemalte in Natürliches – ohne jeden Einfluss des Künstlers.
Staunen steht auf den Gesichtern der Zuschauer. Sie sehen Fotos vom Beginn der Malerei und stehen nun vor einem geheimnisvoll anmutenden, völlig anderes aussehenden Gemälde. Die „Erdarbeiten“ von Hermann J. Kassel erzählen vom Vertrauen in die Veränderungen, auf denen unser Leben pulsiert. „Alles ist Wandel“, lächelt er seinen Besuchern zu. Ein Lehrstück aus dem Atelier eines zeitgenössischen Künstlers.
Der Heimbacher Galeristin Marita Jaeger ist es zu verdanken, dass dieser Blick hinter die Kulissen möglich wurde. Für den Verein „Die jungen Alten Heimbach e.V.“ hat sie zum ersten Mal neben Ausstellungsfahrten auch einen Atelierbesuch organisiert. „Bisher haben wir in den großen Museen unserer Region Kunst in Vollendung gesehen. Aber bevor ein Werk in einer Ausstellung gezeigt wird, sind viele Schritte notwendig. Diese Arbeit können wir hier erleben“, sagte sie.
Und wo wäre dies besser möglich, als bei einem Künstler wie Hermann J. Kassel in der Mechernicher Kulturfabrik Zikkurat? Der sprachmächtige kräftige Mann mit dem langen Pferdeschwanz sprüht vor Energie und Schaffenskraft. Bewegung, Veränderung und Klang sind die Grundtöne seiner Arbeiten. Aber damit sind die Gemeinsamkeiten bereits genannt. Ungemein vielfältig ist sein Werk. Es reicht von den Polymobilen, fragilen Arbeiten aus Moniereisen, die nervöse, feine Bewegungen zeigen oder in Schwingung harte Töne erzeugen, über riesige Installationen bis zu einem „Cruzifixus“ – geschaffen für die St. Evergislus-Kirche in Bonn -, das anrührt in seiner unvergleichlichen Schlichtheit. Daneben ist Kassel Botaniker, Pianist und Dozent in Firmen, die bei ihren führenden Mitarbeitern Kreativität wecken wollen.
Keine Frage: Die Atelierbesucher zeigten sich beeindruckt: „Wo haben sie nur all die Ideen her?“ - „Sie sind da“, lächelt der Meister. „Bei jedem. Sie müssen nur geweckt werden.“                                                                                       USH



Gemeinsam gut alt werden 

„Junge Alte“ mit Ehrenpreis ausgezeichnet 

Freude spiegelte sich in den Gesichtern; denn das Ereignis war ungewöhnlich: Zu „Like a satellite“, dem Siegersong des europäischen Gesangswettbewerbs von Lena Meyer Landrut,  wurden Vertreter von  Vorstand und Beirat des Vereins „Die jungen Alten Heimbach e.V.“ auf die Bühne der Düren-Arena gerufen und mit dem „Ehrenpreis für Soziales Engagement“ ausgezeichnet.
Landrat Wolfgang Spelthahn nannte in seiner Laudatio die Gründe für die Preisvergabe: „Gemeinsam gut alt werden ist die Idee, die hinter dem Engagement der „jungen Alten“ steckt. Jeder, der sich berufen fühlt, kann unter dem Dach des Vereins eine Gruppe gründen und zum gemeinsamen Tun einladen. Auch die hilfsbedürftigen Mitbürger werden nicht vergessen: Die  jüngste Idee der „Jungen Alten“ ist die Gründung einer Kleiderstube und eines Möbellagers mitten in Heimbach. Hier werden preiswerte Dinge für den täglichen Gebrauch abgegeben.“
Bei der 10. Verleihung des „Ehrenpreises für Soziales Engagement“ wurden insgesamt 25 Einzelpersonen und Gruppen ausgezeichnet, die sich ehrenamtlich zum Wohle der Gemeinschaft engagieren, und von einer unabhängigen Jury ausgewählt worden waren.
Die Auszeichnung ist mit einer – wie Wolfgang Spelthahn betonte – „sicher nur symbolischen Summe von jeweils 250 Euro als kleines Dankeschön“ verbunden. Außerdem bekam jeder Preisträger eine Urkunde, die in Heimbach fortan in den Räumen der „Heimbachhilfe“ an der Hengebachstraße 8 hängen wird, und alle Mitglieder noch lange an diesen schönen Tag erinnert.
Den Vorschlag zur Preisverleihung an die „Jungen Alten“ hatte Bürgermeister Bert Züll gemacht.



 

 

 

 







 

 



         

 

 

                                                                               



  





 





 



    
 



 

 

 
   
 

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